Geschichten aus meinem jüngsten Wanderleben
27. Juni 2026: Aarau - Biberstein an der Aare (2026/25), sehr früh sogar
Eben... Sch**ss-Hitze.... Um 3.30 Uhr aus dem Bett, durchs Badezimmer, Rückenübungen, in Ruhe mein Frühstück (bei mir immer ohne Stress), Zähne putzen und vor 5 Uhr war ich an der Aare unterwegs. Die Dämmerung hatte erst eingesetzt und doch schon am Fotografieren mit Blende 3.5 und ISO 2000 um mindestens 1/50 Sekunde zu erreichen. Sogar DAS ist in der Fotografie ohne Stativ und guten Stabilisator noch sehr lang. Aber... es wurde langsam heller und heller, die Temperatur lag bereits über 20°C und es war auszuhalten. Wenige frühe Jogger*Innen, Radfahrer (die *Innen habe ich nicht gesehen) und ein Wanderinchen waren auch schon unterwegs. Das Morgenlicht an der Aare war so schön, dauerte aber nicht lange und musste direkt am Wasser (wo möglich) eingefangen werden. Die Uhr der Kirchberg-Kirche zeigte 5.35 Uhr an, als ich vorbei lief, später hörte ich sie 5.45 Uhr, 6 Uhr, 6.15 Uhr, 6.30 Uhr schlagen. Da war ich bereits in Biberstein auf der Brücke, besuchte noch kurz den Steg etwas weiter östlich (ein Fischer war im Boot auf der Aare unterwegs) und kehrte dann um. Um 6.47 Uhr wurde ich an der Haltestelle Biberstein Post vom Bus aufgegabelt: Ein grosser Gelenkbus, ich der einzige Fahrgast bis zuhause. Und schon um 9.30 Uhr lag ich auf dem Sofa für eine erste Schlaf-Nachhol-Runde....(war nachher noch viel mehr müdererder).
25. Juni 2026: Wann hört sie endlich auf....
... diese Sch**ss-Hitze? Jawohl, die Region erlebte heute einen neuen Rekord, über 37°C. Bereits früh am Morgen lag die Temperatur bei ca. 23°C und ich startete um 7.15 Uhr auf der Salhöhe. Langsam führte mein Weg unter der Rumismatt hindurch zum Mülacker, wo ich bei der Feuerstelle mein Frühstück einlegte. Es wurde wärmer und wärmer, ich versuchte im Schatten zu bleiben, lief über einen Umweg zur Burgflue und auf der Westseite untendurch zurück zur Salhöhe. Hier traf ich kurz vor 11 Uhr ein und musste nur wenige Minuten auf den Bus warten. Der Weg vom Aarepark aus nach Hause wurde zur Qual, die verfluchte Hitze und mein linkes Bein - vorgestern kein Problem - meckerte an drei Orten. Im Jura nahm ich die Schachbrettfalter, die immer noch blühenden Roten Waldvögelein, Widerchen und diverse Sorten Gemüse unter die Linse. Früh am Morgen war Senta noch nicht draussen, dafür sass der Rotmilan wieder an seinem Ort, auf dem Heimweg wollte sie fast nicht aufstehen (auch sie hatte heiss), kam dann doch kurz zu mir.
23. Juni 2026: Aarau - Biberstein an der Aare (2026/24) und weiter...
Und nochmals ein Hitzetag! Um 5.30 Uhr war ich an der Aare unterwegs, es war noch auszuhalten, obwohl die Temperatur schon bzw. noch deutlich über 20°C lag. Die Ruhe! Der Tag bricht an, es leuchtet im Osten und ich stand dort mit den Kameras! Das neue Tageslicht und die vielen Libellen hielten mich sehr auf Trab, sie waren so schön. Ich kam also nur langsam voran und es war schon Viertel nach 7 als ich in Biberstein die Brücke überquerte. Auf der ersten Bank, im Schatten, wollte ich mein Frühstück einlegen, doch ein kleiner Mückenschwarm machte mich fertig. Ich stand auf und auf der nächsten Bank hatte ich von diesen kleinen Viechern mehr Ruhe. Viele Leute waren bereits mit dem Vierbeiner unterwegs, es musste also gestreichelt werden. Durch die Auenlandschaft zog ich zur Hauptstrasse Auenstein - Rupperswil und an der Giessen ging es zum Bahnhof. Unterwegs hatte ich noch ein Treffen mit einer jungen Dame mit einem 8-jährigen Hund (ein Männchen). Er war so herzig, gab mir eine Pfote und einen Schmatz (der Hund, nicht sie....) Es war um 9.40 Uhr als ich am Bahnhof Rupperswil eintraf, schweissgebadet, und um 9.55 Uhr den Zug nach Aarau nahm.
22. Juni 2026: Sie sahen traurig aus
Der nächste Hitzetag... aber wenigstens ist der Tag wieder merkbar kürzer, 10 Sekunden sicher. Um 7.15 Uhr auf der Salhöhe ausgestiegen, hatte ich zuerst eine kurze Unterhaltung mit einem Radfahrer, der dort auf der Bank sass. Kaum hatte ich den Rucksack abgestellt, fiel ihm ein Glas aus der Brillenfassung. Sah ich so schlimm aus? Kein Kommentar bitte! Nachher lief ich äusserst ruhig zur Kantonsgrenze und hatte auf der Nordseite mein Frühstück. Letzte Woche befanden sich die Türkenbund-Lilien noch in den Knospen, jetzt fand ich nur noch eine einzige "anständige" Blume, alles war verblüht, vertrocknet, es sah traurig aus. So war es auch oben hinter der Hütte und am Wegrand. Wann lernt der Mensch endlich mal auf die Natur zu hören? Klimaerwärmung, aber zu viele fahren Auto, Plauschfahrten mit Dreckschleudern, Ferien weit weg, ins Flugzeug. Ich befürchte, dass sich die grosse Katastrophe für die Menschheit nicht mehr aufhalten lässt. Lernt man es dann? Ich glaube es nicht! Ich werde es hoffentlich nicht mehr erleben müssen. Ich riskierte den Abstieg auf die Schafmatt, Stöcke in der Hand. Ein schönes Gespräch mit einem Herrn mit zwei wunderschönen Huskies (streichel, streichel), eine Dame, die mich überholte (nicht streichel). Unten angekommen kehrte ich zurück zur Kantonsgrenze und kreuzte dann zur Barmelweid hinüber. Es war schon 10.50 Uhr als ich dort eintraf und kurz darauf mit dem Bus ins Tal gebracht wurde.
21. Juni 2026: Aarau - Biberstein an der Aare (2026/23) und wieder zurück
Ein weiterer Hitzetag stand bevor und somit wollte ich doch noch relativ früh am Morgen hinaus, relativ.... Es war bereits 8.15 Uhr als ich das Haus verliess, mich an die Aare begab und die Nase in Richtung Biberstein ausrichtete. Ich war nicht alleine, diverse Wanderer, Jogger und vor allem viel Radfahrer waren bereits unterwegs. Bei der Aabach-Müdung traf ich einen Mann plus Hund, welche ich bereits diverse Male getroffen hatte. Auch heute trug der Mann ein T-Shirt mit coolem Spruch "Hunde sind meine Medizin in einer Welt in der der Mensch mich krank macht". Wie wahr. Wir unterhielten uns kurze Zeit, aber eigentlich wollte ich hier wieder Eidechsen fotografieren. Ich sah nur drei davon, offenbar war es für sie auch schon zu heiss (oder noch zu früh). Denn halt weiter nach Biberstein. Eine schöne Pflanze faszinierte mich derartig, dass ich auf die Knie ging. Die Begeisterung wurde noch grösser, als eine Schwebfliege auf die Blüten Platz nahm. Fotografie war aber nicht einfach, da es hier unter den Bäumen verhältnismässig dunkel war und die ständig vorbeifahrende Radfahrer Wind verursachten. Die Hochlandrinder lagen faul im Schatten unter den Bäumen und wollten sich nicht bewegen, recht haben sie. Bei der Brücke angekommen drehte ich um, denn ich wollte es nochmals mit den Eidechsen versuchen, leider erfolglos. Kurz nach 11 Uhr war ich wieder zuhause, es war bereits 27-28°C. Eine angenehme Dusche (bereits die zweite für heute und noch nicht die letzte) und ein Kaffee und ich war wieder fit.
Übrigens: Im Bibersteiner Garten, dort wo ich am 1.März die Schneeglöckchen und Krokusse fotografiert hatte, blühten jetzt viele Pyramide-Orchideen. Mein Kompliment für die Eigentümer!
19. Juni 2026: Orchideensuche auf dem Hinteren Weissenstein
Heute war eine Tour aus dem Buch von Beat und Claudia Wartmann "Orchideen-Wanderungen, 24 Routen zu Hotspots in der Schweiz" geplant und zwar Tour 20 "Zu den Waldorchideen am Weissenstein (SO)", eher eine Rekognoszierungs-Tour, denn die ideale Zeit wäre gemäss den Autoren ab Mitte Juli. Da 2026 bis anhin wettermässig irgendwie spinnt, wäre ich nicht überrascht schon etwas zu finden. Es würde heute ziemlich heiss werden, somit war der Wecker bereits auf 3.30 Uhr gestellt. Als der Alarm losging, dachte ich zuerst "bleibe noch eine Stunde liegen", stand dann doch auf. Nachdem ich alles (mich inklusive) bereit gemacht und gefrühstückt hatte, verlies ich meine Wohnung um 5.15 Uhr und stand um 6.46 Uhr bei der Weissenstein-Gondelbahn-Talstation Oberdorf (655 müM). Ich lief aber hoch, der Weg war ziemlich steil und steinig. Beim Steinbruch fand ich zwei Stendelwurzen (welche?) noch nicht blühend. Weiter oben blühte eine Weisse Waldhyazinthe noch halbwegs, diverse Vogelnest-Wurzen waren bereits verblüht. Langsam lief ich hianuf, sehr langsam, und spürte links und rechts alles ab. Zwei mal wurde ich überholt und dann hörte ich weiter unten Stimmen. Drei lärmige Frauen, die mich später überholten. Sie bogen zum Hasenmatt ab und ich dachte "endlich Ruhe". Vergiss es! Als ich noch weiter oben Türkenbund-Lilien fotografierte (viele waren aber noch in den Knospen), kamen sie wieder. Zum Glück war ich sie oben angekommen definitiv los. Unterm Jura-Höhenweg Nr. 5 fand ich die ersten Füchsli und vergnügte mich damit eine Spinne zu fotografieren. Auf dem Höhenweg (1182 müM) eingetroffen entschied ich mich dazu einen Ausflug in den Weltall zu machen. Hier befindet sich der Weissenstein-Planetenweg und ich lief zum Uranus., anfänglich auf dem Schotterweg, bald aber links unten am Waldrand und im Schatten, denn es war bereits ziemlich warm geworden. Hier fand ich immer mehr Füchsli, beim Uranus sogar eine grössere Anzahl. Ich lief ein stückweit zurück zum Hinteren Weissenstein und gleich nach links in den Rüschgraben, auf einem Pfad durch die Wiese mit vielen Füchsli und dann in den kühleren Wald. Es war ein langer Abstieg, aber wenigstens nicht so steil. Hier begegnete ich nur zwei Wanderer. Es folgte einen breiteren Weg, einen Felstunnel und einen gemütlichen Abstieg ins Tal. Rechts von mir müssten irgendwann die Moos-Orchideen kommen und zwar auf einer grossen Felspartie. Hier war noch absolut nichts zu finden, jedoch fand ich Pflanzen, welche ich zuhause noch "analysieren" muss, könnten durchaus Orchideen sein. Die Knospen deuten darauf hin, die Blätter lassen mich aber zweifeln. Ich lief zur Hauptstrasse und dieser folgend zum Bahnhof von Gänsbrunnen auf ca. 720 müM. Es war schon 12.50 Uhr als ich dort eintraf. Der Zug würde 13.06 Uhr abfahren, somit hatte ich noch etwas Zeit zum Fotografieren und wilden Erdbeeren knabbern.
17. Juni 2026: Rote Waldvögelein auf dem Mülacker
Um 7.15 Uhr verliess ich auf der Salhöhe den Bus und machte mich für die nächste Tour bereit. Kurz vor den Saalhöfen sah ich den Rotmilan wieder auf seinem Baum und dieses Mal liess er sich fotografieren. Senta begrüsste mich nachher bellend und verlangte 5 Minuten meiner Zeit, welche ich ihr gerne schenkte. Unten an der Rumismatt traf ich auf eine Dame (Jahrgang 79, wie ich sehr indiskret herausfand), welche aus dem gleichen Bus ausgestiegen war. Ich zeigte ihr die Paradisli-Hütte (welche sie noch nicht kannte) und erklärte ihr "meinen" Weg zum Mülacker. Ich blieb zurück für mein Frühstück und machte mich dann auch auf den Weg. Die Türkenbund-Lilien waren bereits weitgehend verblüht, aber die Roten Waldvögelein blühten wunderprächtig. Ich traf die Dame wieder bei der Feuerstelle auf dem Mülacker und zeigte ihr die vielen Pyramide-Orchideen und die Roten Waldvögelein. Je länger ich herumschaute, um so mehr sah ich davon, sicher 20 Stück auf einer kleinen Fläche. In einer Blüte befand sich ein kleiner Käfer, unten an der Blüte hing eine Spinne. Wie es ausgegangen ist, habe ich nicht gesehen, denn kurz darauf hatte eine Grabwespe / Schwebfliege die Blüte für sich eingenommen. Die Dame blieb zurück, ich lief zur Haselmüsli-Bank. Dort fotografierte ich zwei Fliegen / Mücken bei der Paarung (Voyeur). Nach einer kurzen Pause lief ich auf der Ostseite untendurch zurück, hatte beim unteren Saalhof ein Gespräch mit Franz Hafner Jr. Er erzählte, dass hier in den letzten Tagen Gold-Schakale gesichtet wurden, auch von ihm. Ich möchte sie auch mal sehen. Kurze Streicheleinheiten für Senta weiter oben und zurück zur Salhöhe. Der Rotmilan war nicht mehr da, ich schlich langsam vorbei. Beim Chalet ein Blick auf die Zeit: 11.25 Uhr. Gas geben, denn um 11.26 Uhr fährt der Bus, den ich zum Glück gerade noch erwischte.
Beim Aussortieren der Aufnahmen stellte ich fest, dass es sich beim Roten Waldvögelein weder um einen Käfer, noch um eine Schwebfliege / Grabwespe, sondern um eine Wildbiene handelte. Ich war schon überrascht, denn eine Spinne macht mit einem kleinen Käfer relativ rasch kurzen Prozess.
15. Juni 2026: Floratour im Gasterental bei Kandersteg
Unterwegs mit zwei Fotoprofis, einer davon Flora-Spezialist, beide ehemalige Arbeitskollegen. Merci Ädu, merci Werner! Es war bereits nach 10 Uhr als wir bei Selde im hinteren Gasterental starteten und uns auf die Südseite der Hängebrücke begaben. Ädu's Spürnase fand sehr rasch das Kleine Zweiblatt und die Korallenwurz, zwei Orchideen - sehr klein - welche ich bis anhin noch nie gesehene hatte. Eine Weile verblieben wir hier, ausgiebig fotografierend. Nachher führte der Weg stromabwärts, mal auf der einen Seite, mal auf der anderen Seite der Kander. Ein Abstecher nach oben, unterwegs an zwei Langblättrigen Waldvögelein vorbei, zu grossen Mengen an Frauenschuhen. Weiter flussabwärts eine einzelne Waldhyazinth und immer mehr Fuchs-Fingerwurz, Schmetterlingen, andere interessante Blumen und Pflanzen. Auf der Ebene beim Waldhaus eine weitere für mich neue Orchidee: Die Fleischrote Fingerwurz. Auf der Terrasse vom Waldhaus eine Pause, dann folgte der Mordsabstieg durchs enge Tal, tobende Wasserfälle, Geröl, bis zur Talstation der Seilbahn Sunnbüel. Dort stieg ich aus, das linke Knie hatte seine Grenze erreicht, und nahm den Bus zurück nach Kandersteg. Um 18.14 Uhr nahm mich der Zug wieder heim. 726 Aufnahmen gemacht, 114 aussortiert. Viel Spass beim Bearbeiten.
Und heute, am 16. Juni, habe ich das Gefühl, dass mich mein linkes Knie mit Vergnügen den Hals umkehren würde, wäre es dazu in der Lage....
14. Juni 2026: Aarau - Biberstein an der Aare (2026/22)
Eigentlich war ein Ruhetag geplant, eigentlich.... Ich war früh auf und entschied mich doch dazu einen kleinen Spaziergang an der Aare zu machen, Makro-Objektiv dabei, Eidechsen fotografieren. Ups, heute war Aarelauf und ich hoffte vorher bis Biberstein zu kommen, sonst konnte ich die Eidechsen wohl vergessen. Pech gehabt, kaum war ich unterwegs, da kam der erste Läufer und es wurde noch eine Herde von ca. 500 mehr folgen. Unterwegs, schon beim Vorbeigehen der Läufer*, schaffte ich es noch einen Schmetterling einzufangen, aber die Eidechsen konnte ich definitiv vergessen. Genau dort war ein Wasser-Spende-Stand (Wasser und kein Schnapps). Viele Läufer schauten sehr angespannt in die Weltgeschichte hinein, aber einige lachten mir freundlich zu. Applaus von Zuschauern? Ja, aber nicht für mich, obwohl.... In Biberstein eine Gruppe von Kindern mit Getränken und Apfelschnitzen, so herzig. Und prompt sass ich da als Fotograf. Die Aufnahmen habe ich noch am gleichen Tag zugestellt (und am Folgetag mit Dank ein liebes Feedback erhalten). Hier darf ich die Aufnahmen ohne schriftliche Erlaubnis nicht veröffentlichen: Datenschutzgesetz. Kurz darauf folgten auch die ersten Halbmarathon-Läufern, offenbar in Brugg gestartet. Ich darf nichts sagen, 2012 war ich auch beim Kerzerslauf (15 km) und dem Aargauer-Volkslauf (16.7 km) dabei. Meine Knieprobleme zwangen mich aber mit dem Sport aufzuhören. Es muss Spass machen und nicht nur noch Schmerzen bereiten. Bei der Bibersteiner-Brücke angekommen lief ich hoch zur Bushaltestelle und kam unterhalb des Jägerstüblis mit einem älteren Mann, der stolz seinen Garten betrachtete, ins Gespräch. Stolz darf er sein, was dort alles blühte: Kakteen, Yuccas, Feigen, sogar Mangos und Kiwis.
*PS: Unter Läufer verstehe ich auch Läuferinnen!
13. Juni 2026: Frühstück mit "Stäbchen"
Zuhause war wieder mal alles so schön vorbereitet: Eine Banane mit Naturjoghurt, Zimt und Walderdbeeren, gestern auf dem Mülacker gepflückt, separat dazu knuspriges Müesli (welches erst kurz vor dem Verzehren dazu gekippt wird). Als ich um ca. 6.50 Uhr bei der Bushaltestelle eintraf, da dachte ich "Mist, habe keinen Löffel eingepackt" (na ja, "Mist" war nicht wirklich DAS Wort das ich dachte, aber es tönt anständiger als "****"). Von der Barmelweid aus lief ich zuerst zur Bank auf der Nordseite an der Kantonsgrenze. Dort fegte ein starker wind über den Grat, auf der Südseite bemerkte man nichts davon. Die Türkenbund-Lilien waren immer noch nicht geöffnet. Im Unterstand oben an der Wiese sässe ich voll an der blendenden Sonne, also ging es weiter zum Gipfel. Dort liess es sich gut aushalten und ich packte mein Frühstück aus. Mit einem kleinen Ast, in zwei Stücken gebrochen, gabelte ich mein Morgenessen auf, es war machbar und auch nicht das erste Mal. Auf der Rohrer-Platte schaute ich mir das Panorama im Süden an, die Alpen waren kaum sichtbar. Eine junge Dame lief hinter mir durch hinunter, nicht grüssend. Offenbar hat sie sich nachher verlaufen, denn als ich weiter unten am Fotografieren war, da kam sie wieder und um einen Gruss nicht herum. Fotografieren: Ich fand schmusende Blüten des Storchenschnabels, schmusende Walderdbeeren und einen Hummel auf einer Rose, ziemlich "hysterisch" am Herumfliegen. Ich kreuzte jetzt hoch zum Juraweg 5 und von dort aus zur Salhöhe. Der Bus traf vom Tal aus gerade ein, somit hatte ich noch ca. 12 Minuten. Eine Gruppe Töff-Fahrer (= Motorrad-Fahrer) traf ein, Thurgauer, und ich erklärte den Gästen kurz das Panorama im Osten (voller Stolz den höchsten Berg im Kanton Aargau), den Grenzstein (was? Österreich? Jawohl, vor 1803 reichte Vorder-Österreich bis hierher) und eine Orchidee (einer kannte nur die grossen Wohnzimmer-Orchideen). Ein Sprung auf die andere Seite, denn der Bus traf gerade wieder ein, es war schon halb 12.
12. Juni 2026: Unglaublich
Geplant war am Morgen hinaus zu gehen, aber das Wetter war nicht besonders der Hit. Somit habe ich zuerst den Haushalt erledigt, gegessen und um 14.15 Uhr stand ich endlich auf der Salhöhe. Kurz vor den Saalhöfen sah ich den Rotmilan wieder auf seinem Baum sitzen. Ich zog mich etwas zurück und wechselte das Objektiv. Kaum stand ich in der Position zum Fotografieren, da flog das Tierchen davon. Dafür war Senta aber draussen, somit zuerst eine Knuddelrunde. Nächstens ging es auf die Rumismatt und von dort aus auf den Mülacker. Unterwegs kam eine kleine Spinne unter die Linse, das Tierchen sass sehr ruhig auf einem Blatt. Als ich auf den Mülacker ankam, sah ich, dass jemand den Wanderweg von Gemüse befreit hatte, eine breite Schneise war geschnitten. Ich ahnte Böses und fluchte laut als ich die Wahrheit sah: Türkenbund-Lilien einfach wegrasiert. Die erste blühende Lilie, welche ich vorgestern noch fotografiert hatte, lag am Boden. Ich könnte den Typ den Hals umdrehen. Zum Glück standen viele Lilien weit genug vom Wanderweg entfernt. Erdbeer-Ernte! Und was sah ich dort: Ein Rotes Waldvögelein und etwas weiter im Gebusch nochmals drei. Auf dem steilen Weg lief ich zur Burgflue hinunter, mich voll auf die Wanderstöcke abstützend. Nach rechts biegend und wieder in den Wald hinein führte mich mein Weg zurück zur Salhöhe. Unterwegs fand ich noch zwei Weisse Waldvögelein, der Wald hier ist voller Überraschungen. Es war bereits 17.45 Uhr als ich an der Bushaltestelle eintraf.
10. Juni 2026: Allerlei auf dem Mülacker
Diejenigen die meine Beiträge lesen, wissen was ich von unseren Meteorologen halte: Weniger als nichts. Schaute ich gestern noch nach, da war es für heute Nachmittag trocken, am späteren Nachmittag mehr und mehr Sonne. Als ich heute am Vormittag nochmals schaute, da sah es ganz anders aus: Regen am Nachmittag und gegen Abend wieder Sonne. Ich riskierte es und stieg kurz vor 14 Uhr auf Bus 2. Als dieser durch Erlinsbach fuhr, regnete es aus Kübeln. Auf der Salhöhe angekommen fielen noch Tröpfe und ich gedachte auf die Geissflue zu gehen. Lange hielt diese Gedanke nicht und ich kehrte zu den Saalhöfen, aber obendurch. Dort fegte ein stürmischer Wind über den Pass und ich kämpfte mich dagegen hinein bis auf die Rumismatt. Probiere bei diesem Wind mal eine Mohnblume zu fotografieren. Es ist mir aber gelungen. Bei der Paradisli-Hütte vorbei (es war mittlerweile trocken und die Sonne drohte sogar zum Vorschein zu kommen) trödelte ich zum Mülacker. Surprise, surprise: Eine erste Türkenbund-Lilie blühte. Erdbeeren knabbernd lief ich zur Feuerstelle und sah südlich von mir ein Reh auf der Wiese. Jetzt konnte ich es mit der Kamera einfangen. Bei der Haselmüsli-Bank riskierte ich es den Hochsitz zu besteigen und sah den Mülacker mal von oben. Weiter unten auf der Wiese vergnügte ich mich mit einem Bläuling und einer Skorpionfliege, bevor ich untendurch zur Salhöhe zurückkehrte. Als ich dort an der Haltestelle stand fuhr der Bus gerade hoch, somit hätte ich noch ca. 10 Minuten Zeit. Kannste denken, denn der hatte grausam Verspätung und würde von der Barmelweid aus sofort umkehren. So war es dann auch und um ca. 18 Uhr wurde ich ins Tal gefahren. Menschen? Niemand, ich hatte die Natur ganz für mich allein.
8. Juni 2026: In meinem Wanderrevier unterwegs
Um 7.15 Uhr auf der Salhöhe gestartet ging ich zuerst zu Senta, faul lag sie da und wollte sich zuerst gar nicht bewegen. Als ich mich dann hinsetzte kam sie doch und lies sich verhätscheln. Hörte ich kurz auf, da kam eine Pfote hoch unter dem Motto "mach bitte weiter". Einfach herrlich! Mein Weg führte zur Rumismatt und bei der Paradisli-Hütte legte ich mein Frühstück ein, die Stille und die Ruhe geniessend. In ferner Weite sah ich die Alpen und die Rigi stach deutlich ab. Schritt für Schritt, sehr langsam laufend und den Wegrand absuchend fand ich viele reife Erdbeeren, Käfer, Insekten auf Blumen und Blättern. Auch hier fand ich diverse Türkenbund-Lilien, eine Knospe war dabei sich zu öffnen. Nächste Pause bei der Feuerstelle auf dem Mülacker, dort blühten unzählige Pyramide-Orchideen und einige "Füchsli". Es war bereits 10 Uhr als ich mich zur Haselmüsli-Bank begab. Eine Überraschung: Der wacklige Hochsitz war um wenige Meter verschoben worden und wieder stabil montiert. Das Grab von Nöggi Rippstein, vorher unterm Hochsitz, sah ziemlich vernachlässigt aus. Damit der Hochsitz umplaziert werden konnte, musste ein Baum daran glauben, die Äste lagen überall im Gebüsch herum. Die Bank selber war wieder kurz davor überwuchert zu werden, somit werde ich demnächst mit Rebschere aufkreuzen und Hand anlegen. Als ich die Wiese überquerte, sah ich weiter unten ein Reh. Es muss mich auch wahrgenommen haben, denn als ich endlich das Zoomobjektiv montiert hatte, war es verdunstet. Untendurch führte mein Weg zur Burgflue und zurück zur aargauer Seite. Hier traf ich erstmals auf einen Menschen, einem Autofahrer (Förster?). Auf halbem Weg zurück zur Salhöhe traf ich ein Ehepaar (aus Mainz, wie er sagte), das nicht mehr wusste wo der Weg zur Salhöhe war. Da ich diese Region sehr gut kenne, sagte ich "da lang". Ich lief weiter, wurde überholt und zurück gelassen. Als ich auf der Passstrasse eintraf, sah ich die beiden auf dem Wanderweg weiter oben. Oha, der Umweg. Als ich beim Chalet eintraf, da kamen die beiden vom Wanderweg hinunter und waren überrascht mich wieder zu sehen. Ja, wenn man die Wege kennt..... Um halb 1 ging ich mit dem Bus zurück ins Tal. Wenige Kilometer gelaufen in ca. 5 Stunden: Genossen, fotografiert, glücklich! Mein Revier! Ferien weit weg würden mich gar nicht glücklich machen, ich lebe sehr grün!
6. Juni 2026: Werde ich vermisst?
Wenn man es ruhig nimmt... es ist ansteckend.... 5 Uhr aus dem Bett und erst um 6.40 Uhr aus dem Haus und somit gegen 7.20 Uhr auf der Barmelweid. Bereits der Busschauffeur wies mich auf viele Walderdbeeren hin, aber ich sammelte sie erst weiter oben, gemütlich hochschlendernd. Kurz vor der Rohrer-Platte hatte ich das Gefühl, es sitze da eine Drache am Abgrund, der Baumstumpf sah auf jeden Fall so aus. Beim Fotografieren sah ich die Augen aufleuchten, nur flog sie nicht davon. Als ich auf die Rohrer-Platte eintraf hörte ich auf der anderen Seite Geräusche. Ich blickte hinunter und sah ein Rudel Gämse (sie mich auch und "Tschüss"). Nach einigen Aufnahmen trödelte ich weiter zum Geissflue-Gipfel und traf hier den ersten Wanderer. Hinunter zur Wiese laufend suchte ich erneut die Türkenbund-Lilien, sie blühten immer noch nicht. Jetzt mal nicht im Unterstand sondern daneben auf der Bank endlich mein Frühstück. Prompt kam eine Meldung "ich habe schon lange keine Status-Meldung von dir mehr gesehen, geht es Dir gut?" Eine Kollegin aus Deutschland aus meiner Arbeitszeit. Kurz beireden per Video WhatsApp, danke Dir liebe Nicole. Durch das hohe Gras über die Wiese hinunter bis an die Kantonsgrenze und zu den Lilien. Auch hier nur Knospen. Auf dem Weg zur Salhöhe drehte ich nach links hinunter denn ich wollte Senta wieder begrüssen. Unterwegs ein Anruf, wie ich später sah war es meine jüngste Schwester. Später am Abend beim Anruf die gleiche Frage "lange keine Meldung gesehen, alles in Ordnung?". Jawohl, mir geht es gut, lebe noch frisch und fröhlich und geniesse die Natur. Bei den Saalhöfen lag sie dann, Senta. Einmal rufen, sie bellte und kam auf mich zu für eine Kuschelrunde und dieses Mal konnte ich sie endlich mal gut fotografieren. Es war bereits ca. 12.20 Uhr als ich auf der Salhöhe eintraf und der Bus mich kurz darauf abholte, sehr sympatisch.
Das ist Senta!!!! Eine Schönheit auf vier Beinen!
4. Juni 2026: Und irgendwie fühlt es sich an, ob wie man heimkehrt...
Ich musste kurz in meine Ablage schauen und es war am 15. April als ich das letzte Mal auf der Salhöhe war. Und... ich vermisse meine Knuddelfreundin Senta, den Sennenhund der Saalhöfe.
Um 6 Uhr morgens bemerkte ich, dass ich es nicht schaffen würde um ca. 6.10 Uhr das Haus zu verlassen. Somit nahm ich es ziemlich ruhig und ging eine halbe Stunde später. In der Folge stieg ich um ca. 7.15 Uhr auf der Salhöhe aus dem Bus und traf gleich ein bekanntes Gesicht. Dieser Mann ist seit ca. 30 Jahren so ziemlich jeden Tag hier oben und ich verstehe ihn sehr (siehe auch meine Jurapark-Webseite). Wir hatten gleich ein intensives Gespräch bez. Knieprobleme. Nachher machte ich mich in aller Ruhe auf den Weg zur Geissflue, unterwegs lustige Sachen fotografierend: Eine Fliege auf einer Akelei, eine Nacktschnecke machte Turnübungen auf einer Blume. An der Kantonsgrenze ging ich auf die Suche nach den Türkenbundlilien, mein eigentliches Tagesziel. Ich fand mehrere davon, aber sie blühten noch nicht. Auf der Bank auf der Nordseite packte ich mein Frühstück aus und kaum sass ich ab, hatte ich zwei Video WhatsApps, mit meinem ältesten Sohn und mit Rick Janssen (keine Familie von mir, aber er ist der australische Kunde meiner letzten Firma und mit ihm habe ich noch ab und zu Kontakt). Als ich ihm einige Orchideen zeigen woltte, sagte ich ihm "sorry Rick, a quite pretty lady is approaching". Er gleich " Please, show me and give her my best regards from Australia". Als ich das tat, war sie prompt auch dabei. Ich zeigte ihr nachher die Orchideen und die Lilien. Wir verabschiedeten uns und ich lief zur Hütte oben an der Geissflue-Wiese. Dort war ich schon so oft, geniessend, bei Sonnenauf- und -untergang, ein Glas Wein oder ein Bier trinkend. Auf dem Gipfel hatte ich ein langes Gespräch mit einem Mann der sich mit Naturheilkunde auskennt (rate mal über was wir redeten). Auf der Rohrer-Platte wieder ein schönes Treffen mit einem Rentner aus dem Bernbiet, der die Alpen gut kennt. Diese waren am Südhorizont relativ gut sichtbar und wurden ausgiebig fotografiert. Um halb 12 wusste ich, dass ich den 11.53 Uhr Bus nicht erreichen würde (mit dem doofen linken Knie so oder so nicht), somit lief ich seelenruhig und mit den Stöcken hinunter zur Barmelweid. Unterwegs fand ich viele Walderdbeeren, somit ist die nächste Tour fast gesetzt.
Diese Schönheit fand ich am 3. Juni auf meinem Balkon. Wie ich am 7. Juni herausfand (danke Herr Google / Frau Googeline) ist es der Goldafter, eine sehr gefrässige Raupe eines Nachfalters. Ja, da ich nicht im Stande war dieses Tierchen zu töten, habe ich es nach der Fotografie am 3. Juni wieder in die Freiheit entlassen.
2. Juni 2026: Bibersteiner-Brücke, Aaredamm und Retour nach Aarau
Es war kurz vor 6 Uhr als ich an der Haltestelle Biberstein-Post aus dem Bus stieg: Ein langer Gelenkbus, ich der einzige Fahrgast und ein immer freundlicher Chauffeur. Es ging sofort auf die Brücke, Kamera mit Zoomobjektiv bereits aufs grosse Stativ montiert. Nach ca. 20 Min. machte ich einen Abstecher auf den Holzsteg am Nordufer und begab mich dann auf den Damm auf der Südseite. Meine Augen waren voll auf die Vegetation, insbesondere auf die vielen Pyramide-Orchideen auf der rechten Seite gerichtet. Ups, der Weg unten am Damm war von einem umgestürzten Baum halbwegs gesperrt, muss im Gewitter am Sonntag passiert sein. Radfahrer hatten schon eine kleine Ausweichstelle am Damm kreiert. Weiter ging es bis zur Damm-Baustelle aus dem Jahr 2025. Hier standen viele Orchideen, taunass, schöne Tröpfchen auf allen Blüten. Aus der Richtung Rupperswil kam eine ganze "Herde" Schulkinder mit dem Fahrrad zu fahren, Lehrer inklusive. Viele Schüler riefen mir ein herzliches "Grüezi" zu (erinnert mich an Kaya Yanar....). Dann legte ich endlich mein Frühstück ein und hörte wie im Westen eine Kettensäge losging. Jawohl, der Baum wurde geräumt. Als ich dann an diese Stelle eintraf - der Baum war schon weg -, fragte ich "ist dies noch Aarau-Rohr oder schon Rupperswil?" (das Auto war mit Werkhof Aarau angeschrieben). Da sagte der ältere der beiden Arbeiter "nein, die Grenze liegt da". Meine Bemerkung "dann schickt die Rechnung an Rupperswil". Wieder zurück über die Brücke führte mich mein Weg der Aare entlang bis Aarau, unterwegs noch lustige Sachen erlebend (Eidechsen, Gespräche, nochmals freundliche Schüler.....). Es war bereits 9.45 Uhr als ich zuhause eintraf.
Und... mein linkes Knie hatte mich heute wieder mal so richtig nicht-lieb.... das verfluchte Alter (...). Kommt schon wieder, keep smiling!
1. Juni 2026: Sie haben überlebt
Kaum war ich am Morgen in Asp eingetroffen, da fragte ich die erste (und die beste Person) nach dem Wetter vom Vortag. Offenbar war die Region nördlich des Asperstrihe ziemlich vom Unwetter verschont geblieben. Auch im Dorfladen (dieses Mal nahm ich 2 Gipfeli mit) wurde dies bestätigt. Gross war meine Freude als ich auf die Hinterrebe eintraf und feststellte, dass die Vegetation NICHT wie befürchtet gelitten hatte. Es blühten viele Pyramiden, Langsporner und auch die Weissen Waldhyazinthen strahlten noch vor sich hin. Der Dingel? Weitgehend verblüht, teils waren noch einzelne Blüten offen, die meisten aber "durch". Dann.... das Rote Waldvögelein blühte und zwar in grossen Zahlen, insbesondere im Föhrenwälchen. Dort fand ich auch eine noch schön blühende Mini-Dingel auf dem Pfad hinauf. Im Schatten verschwanden die beiden Gipfeli in meinen Mund, dann führte mein Weg weiter hinauf. Nochmals fand ich einige Rote Waldvögelein, dieses Mal auf der Wiese. Oben auf dem Pass angekommen wehte ein angenehm frischer Wind und ich schlenderte gemütlich zurück zum Benkerjoch. Dort wurde ich kurz nach 14 Uhr von einem mir seit langem bekannten und immer freundlichen Postauto-Chauffeur aufgegabelt.
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